1 Einleitung
Die Pegnitz fließt von Osten nach Westen durch die Nürnberger Altstadt. Sie teilt den Stadtgrundriß in zwei Hälften, die umgrenzt von der bis heute erhaltenen letzten Stadtmauer je etwa 80 ha groß sind.
Am Ausfluß der Pegnitz aus der Altstadt überquert die Stadtmauer seit ca. 700 Jahren in zwei großen Steinbögen den Fluß. Die Räume über diesen Steinbögen wurden in der Vergangenheit als Gefängnis, Kasernenunterkünfte, Lagerräume und Versammlungsräume genutzt, um nur die historisch belegten Nutzungen aufzuzählen. Die Steinbögen und das nebenliegende Hallertor wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrmals zerstört und neu aufgebaut.
Auf der Altstadtseite führte seit dem Hochmittelalter eine Holzbrücke vor den Steinbögen über die Pegnitz, genannt: „Truckensteg“. Er ist auf einem Stich von Albrecht Dürer abgebildet, der in der Albertina in Wien aufbewahrt wird, Bild 1.

- Bild 1: Truckensteg, nach einem Stich von Albrecht Dürer / Truckensteg, drawn by Albrecht Dürer
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde diese Fußgänger-Holzbrücke durch den sogenannten "Kettensteg" ersetzt, siehe Bilder 2 und 3. Das Bauwerk wurde von dem Mechaniker Konrad Georg Kuppler gebaut, wahrscheinlich nach einem Modell, das sich heute im Museum für Industriekultur in Nürnberg befindet. Berechnungen und Bauzeichnungen aus der Herstellungszeit des Kettensteges sind nicht bekannt. Kuppler wurde später Professor an der Polytechnischen Schule in Nürnberg, einem Vorläufer der heutigen Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule.
Die Fußgänger-Hängebrücke aus Puddeleisen oder Schweißeisen wurde nach dreimonatiger Vorfertigung und Montage am 31. Dezember 1824 eingeweiht. Von der ursprünglichen Brücke sind die vier Tragketten, die Hänger und das Geländer vollständig erhalten. Die Tragketten bestehen aus Zugstangen mit hakenartig geformten Enden und Ösen. Die Verbindung der Zugstangen und den Anschluß der Hängestangen zeigt Bild 4. Die bestechend einfache und jederzeit lösbare Konstruktion war mit den damaligen Möglichkeiten der Stahlbearbeitung leicht herzustellen. Die ursprünglich aus Eichenholz gefertigten Pylone wurden 1909 durch Stahlfachwerkpylone ersetzt.





