Preisverleihung
| Zeit: | 25.07.2007, um 18:00 Uhr |
| Ort: | im Südstadtforum, Siebenkeesstraße 4, 90459 Nürnberg |
Integrierte Stadtentwicklung oder
werden Stadtteile ihren Anforderungen gerecht, oder was bedeutet Heimat in der modernen städtischen Gesellschaft, oder wo bin ich zuhause?
In einem zweisemestrigen interdisziplinären Workshop zusammen mit StudentInnen der Fachbereiche Architektur und Sozialwesen werden diese Fragen anhand einer konkreten Aufgabe genauer beleuchtet. Dabei sind drei Leitmotive entscheidend.
Leitmotive
1 Identifikation
Heimat bedeutet hier Identifikation mit einem Ort und Identifikation ist widerum die notwendige Voraussetzung für Heimat. Zuhause ist über die eigenen „VierWände“ hinaus eine Form der temporären Inbesitznahme des Umfeldes im Stadtteil ohne daraus Eigentum abzuleiten und ohne andere auszuschließen.
Untersucht werden die Rahmenbedingungen die Identifikation fördern bzw. behindern.
2 Integration
Integration meint die Einbeziehung des Individuums ins soziale Gefüge der Gesellschaft bzw. einer Gruppe der Gesellschaft.
Voraussetzung ist die Existenz sozialer Gefüge und der Wunsch sowohl des Individuums zur Integration als auch die Bereitschaft der Gesellschaft diese Integration zuzulassen. Notwendigerweise gehört dazu wechselseitige Attraktivität.
Untersucht werden die Umstände die ein soziales Miteinander attraktiv machen.
3 Prävention
Prävention oder besser unbewusste Prävention bedeutet im Kontext des Projekts die Vermeidung sozialer Schieflagen durch Identifikation und Integration.
Darüberhinaus werden neue Möglichkeiten der aktiven Prävention untersucht.
Aufgabe
Wintersemester:
Ein konkreter Stadtteil wird unter folgenden Kriterien analysiert:
Historie, Bestand, Grün, Verkehr, und Infrastruktur. Dabei bilden die StudentInnen der Fachbereiche Teams die die verschiedenen Themenbereiche bearbeiten.
Auffälligkeiten und Defizite werden erarbeitet und daraus Handlungsfelder entwickelt, die die Grundlage für die Entwurfsaufgabe im Sommersemester wird.
Sommersemester:
Eine Entwurfsaufgabe wird aus den Ergebnissen der Analyse entwickelt. Dabei erarbeiten die zukünftigen ArchitektInnen die gestalterische und bauliche Umsetzung der jeweiligen Aufgabe, die SozialpädagogInnen bemühen sich um pädagogische Konzepte, Bürgerbeteiligungsverfahren werden erarbeitet und auch mögliche Finanzierungsansätze werden betrachtet.
Lernziele
Im Vordergrund steht die Sensibilisierung der StudentInnen für die empfindlichen und komplexen Zusammenhänge im Stadtteil. Methoden werden erarbeitet um Auffälligkeiten und Defizite nicht nur zu erkennen, sondern zu interpretieren um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, die für die Definition von Handlungsfeldern und die spätere Umsetzung der konkreten Maßnahmen unabdingbar sind.
Obwohl scheinbar vertraut, begegnen die StudentInnen der alltäglichen Situation des „Ortes“ bzw. des „sozialen Systems“ mit der spezifischen Sichtweise der jeweiligen Fachrichtung.
Eine gemeinsamen Terminologie ist zu entwickeln, die zu disziplinübergreifenden Denkansätzen führt. Teams müssen gebildet, Arbeitsziele definiert, Terminpläne koordiniert werden, kurz, es wird die Vorgehensweise professioneller Stadtentwicklungsteams unterschiedlicher Disziplinen simuliert.
Wettbewerb
Immer wenn wir eine Institution mit Interesse an unserem Thema finden, loben wir einen Studentenwettbewerb aus, der als kleine Belohnung für die aufwendigere studentische Arbeit, aber auch als Anreiz für höhere Leistungsbereitschaft gedacht ist.
Die bisherigen Auslober:
- BauLust e.V., Nürnberg
- Amt für Wohnen und Stadtentwicklung, Nürnberg
Idee
- Werner Stricker, Dipl. Soz.Päd.,INS. e.V. Nürnberg
- Rudolf Sander, Architekt
Betreuung
- Prof. Ingrid Burgstaller, FB Architektur und Rudolf Sander
- Prof. Günter Gerhardinger, FB Sozialwesen und Werner Stricker


